Ein/e Zahnarzt/-ärztin kümmert sich ganzheitlich um die Zahngesundheit. Zahnärzte/-innen sind Experten/-innen für Zahnerhaltungskunde und die erste Anlaufstelle bei Zahnschmerzen. Für den Erwerb der notwendigen Kompetenzen, um sich beruflich um das Lächeln von Patientinnen und Patienten kümmern zu können, ist ein Studium erforderlich. Wie man Zahnarzt/-ärztin wird, wie das Studium der Mund- und Zahnheilkunde aussieht und welches Gehalt einen erwartet, gibt es in diesem Artikel zu lesen.
Was macht ein/e Zahnarzt/Zahnärztin?
Ein/e Zahnarzt/-ärztin ist ein/e Fachmediziner/in, der/die auf den Gebieten der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Erkrankungen von Zahn-, Mund- sowie Kieferbereichen tätig ist. Im Vordergrund stehen dabei die Prävention, Pflege und Zahnbehandlungen, um Zähne so lange wie möglich erhalten zu können. Vorbeugung und Korrekturen von Zahnfehlstellungen sowie Kieferanomalien zählen ebenfalls zu den Aufgaben, wenngleich diese in der Regel unter das Spezialfach der Kieferorthopädie fallen, aber dennoch häufig auch von Zahnärzten/-innen übernommen werden. Zahnärzte/-innen arbeiten in einem vielseitigen Beruf, mit nahem Kontakt zu den unterschiedlichsten Patienten/-innen jeder Altersgruppe.
Zählt man als Zahnarzt/-ärztin zu den Freiberuflern?
In Österreich fallen unter die Freiberufler solche selbstständigen Erwerbstätigen, die in Eigenverantwortung fachlich unabhängige Tätigkeiten ausüben. Der Begriff “Freiberufler” ist eine übergeordnete Bezeichnung von selbstständigen Berufen. Sie unterliegen im Gegensatz zu Nicht-Freiberuflern nicht der Gewerbeanmeldung, jedoch aber der Steueranmeldung. Zu diesen zählen beispielsweise Steuerberater/innen sowie auch Ärzte/-innen und Zahnärzte/-innen. Letztere gehören dieser Gruppierung an, weil sie aufgrund ihrer Berufsberechtigung mit entsprechendem Wissen sowie wegen ihrer praktischen Fertigkeiten eigenverantwortlich auf dem Gebiet der Zahn–Mund- und Kieferheilkunde diagnostizieren und behandeln können.
Zahnarzt/-ärztin: Studium Übersicht
Der Weg, Zahnarzt/-ärztin zu werden, erfolgt ausschließlich über ein Studium an einer medizinischen Universität (Wahlmöglichkeiten: Universität Wien, Graz, Innsbruck). Zudem gibt es derzeit zwei gebührenpflichtige private Universitäten “Sigmund Freud Uni” und die “Danube Private University”, die sich in Wien beziehungsweise Krems befinden.
Die Lehrinhalte sind in der Regel identisch, weil sie zur Berufsberechtigung den österreichischen Vorgaben zu entsprechen haben. Seit 2002 gilt das Zahnmedizin–Studium als eigenständig und von der Humanmedizin unabhängig. Mit absolviertem Studium führt der Ausbildungsweg direkt zur Berufsberechtigung und Niederlassungsfähigkeit bzw. -erlaubnis.
Tipps für finanzielle Unterstützung im Studium
Stipendien werden in vereinzelten Fällen an Studierende nach Antragstellung vergeben. Die ÖH MED Wien bietet beispielsweise zu jedem Semesterbeginn vor allem an ausländische Studierenden finanzielle Unterstützungen. Staatliche Studienbeihilfe steht nach Paragraf 4 des Studentenförderungsgesetzes unter bestimmten Voraussetzungen allen österreichischen Staatsbürgern/-innen sowie gleichgestellten Ausländern/-innen zu.
Zahnarzt/-ärztin: Studium Zugangsvoraussetzungen
Um Zahnarzt/-ärztin werden und die dafür nötige Ausbildung in Form eines Studiums besuchen zu können, muss man folgende Kriterien erfüllen:
In Österreich ist der Nachweis der Matura oder einer anderweitigen Universitätsreife-Qualifikation Grundvoraussetzung für eine Zulassung. Zudem werden für ausländische Studieninteressierte deutsche Sprachkenntnisse auf dem C1-Level gefordert.
Alternativ dazu ist eine Uni-Zulassung auch über erfolgreich absolvierte Studienberechtigungsprüfungen oder Berufsreifeprüfungen möglich. Für die Zulassung zu einer Studienberechtigungsprüfung ist eine studienbezogene Vorbildung aus dem beruflichen oder außerberuflichen Bereich erforderlich. Sie ersetzt allerdings nicht die Matura, sondern erlaubt bestimmte Studiengänge zu besuchen. Anders sieht es mit der Berufsreifeprüfung aus, mit der mittels berufsbegleitender Ausbildung ein der Matura gleichwertiger Bildungsabschluss zu erreichen ist, dem aber bestimmte Abschlüsse vorauszugehen haben. Das Mindestalter für die Alternativvarianten ist auf 20 Jahre festgesetzt.
Persönliche Zugangsvoraussetzungen
Zusätzlich zu den genannten Voraussetzungen sollten Interessenten/-innen auch persönliche Eigenschaften mitbringen.
- Belastbarkeit
- ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein
- Weiterbildungsbereitschaft
- Empathie
- feinmotorische Fähigkeiten
- Präzession
Aufnahmeprüfungen und -verfahren
Derzeit ist eine MedAT als Aufnahmeprüfung in Österreich Standard an den öffentlichen Universitäten. Private Universitäten verfügen über hausinterne Aufnahmeverfahren. In Abhängigkeit des Prüfungsergebnisses erlangen Bewerber/-innen einen dementsprechenden Platz auf der Liste zugelassener Studenten/-innen.
In der Regel erfolgt ein kognitiver Fähigkeitstest und Prüfungsfragen in Bezug auf naturwissenschaftliche Kenntnisse – im Speziellen Biologie, Physik und Chemie. Für das Studium der Zahnmedizin werden normalerweise auch praktische Fähigkeiten geprüft. Den Abschluss bildet ein Online-Bewerbungsgespräch, das bei staatlichen Universitäten durch die Ranglisten meist wegfällt.
Zahnarzt/-ärztin: Ausbildungsform und Ausbildungsaufbau
Die Berufsberechtigung als Zahnarzt/-ärztin ist nur über den Weg des Studiums erhältlich. Das Diplom-Grundstudium ist ein Vollzeitstudium mit Präsenzpflicht. Ein Fern- oder berufsbegleitendes Studium wird nicht angeboten.
Ein berufsbegleitendes Zahnmedizin–Studium ist nur für Teilstudiengänge und Master- sowie Doktorstudiengänge möglich. Hierbei kann ein Teil online absolviert werden; ein anderer Teil ist meist in den Abendstunden und/oder an Wochenenden mit Präsenzpflicht verbunden.
Zahnarzt/-ärztin: Studium Inhalte
Das Zahnmedizin–Studium setzt sich aus drei Blöcken zusammen, die sich sowohl auf allgemeine als auch zahnmedizinische Fachthemen beziehen. Der Großteil umfasst Pflichtfächer; freie Wahlfächer machen hingegen den geringeren Teil aus.
Der erste Studienabschnitt setzt sich aus zwei Semestern zusammen und beschäftigt sich hauptsächlich mit Orientierungsinhalten, die durch Einführungsveranstaltungen vermittelt werden und vor allem auf Methodenkompetenz ausgerichtet sind. Lehrinhalte erstrecken sich über das Verständnis des menschlichen Organismus und Trainingseinheiten für ärztliche Fähigkeiten. Hier werden die Grundlagen für die künftigen Zahnärztinnen und Zahnärzte vermittelt.
Der zweite Studienabschnitt beinhaltet vier Semester. Hier geht es um fachliches Medizinwissen und Fachkompetenzen. Es werden in diesem Sinne fachspezifische sowie patientenorientierte Informationen über den Organismus vermittelt. Darüber hinaus liegen die Schwerpunkte auf intensivärztlichen Fähigkeiten sowie kommunikative Fertigkeiten eines/-r angehenden Zahnarztes/-in.
Der Besuch des dritten Studienabschnitts für das Studium der Medizin der Zähne dauert sechs Semester. Hier findet über einen Zeitraum von 72 Wochen die klinisch-praktische Ausbildung im Rahmen der eigenverantwortlichen zahnärztlichen Tätigkeit statt. Der wissenschaftliche Aspekt wird vertieft, aber auch die Arbeit mit dem/-r Patient/in.
Konkrete Fächer im Studium
Welche Fächer beinhaltet das Studium der Zahnmedizin denn nun genau? Zum Beispiel diese hier:
- Genetik inklusive molekulare und zelluläre Themen
- ärztliche Grundfertigkeiten sowie Kommunikationsführung
- Erste Hilfe
- Anatomie mit beispielsweise Endokrinologie, Stoffwechsel, Gehirn, Sinnesorgane sowie Schmerzkunde
- Lehre des Kau- und Bewegungsapparates
- Parodontologie und Prophylaxe
- Restaurative Zahnheilkunde
- Kiefer- und Gesichtschirurgie
- Kinderzahnheilkunde
- Patientenlehre, Problem- und Konfliktmanagement und soziale Kompetenz
- Radiologie, Strahlenschutz und Diagnostik
Für das Praktikum sind folgende Themen angesetzt:
- Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
- konservierende Zahnheilkunde zur Zahnerhaltung
- Kieferorthopädie und Zahnprothetik
- zahnärztliche Chirurgie
Zahnarzt/-ärztin: Dauer des Zahnmedizin-Studiums
Die Dauer des Zahnmedizin-Studiums, um den Abschluss als Zahnarzt/-ärtzin zu machen, beträgt an staatlichen Universitäten mindestens zwölf Semester (sechs Jahre). An Privatunis kann es bis zu zehn Jahre (20 Semester) dauern, bis man ins Berufsleben startet.
Eine verkürzte Studienzeit ist für das Grundstudium nicht gegeben. Allerdings können Studienbewerber/innen und Quereinsteiger/innen beispielsweise an der Universität Wien direkt mit dem siebten Semester oder später beginnen. Voraussetzung dafür ist, dass sie 180 ECTS (Punkte an einer Universität für erbrachte Leistungen) an einer hiesigen oder vergleichbaren ausländischen Bildungseinrichtung für Human- beziehungsweise Zahnmedizin nachweisen können.
Zahnarzt/-ärztin: Studium Abschluss
Damit die Studierenden als Zahnarzt/-ärztin arbeiten können, müssen sie zunächst alle SIPs (Summativ integrierte Prüfungen) schriftlich erfolgreich abgeschlossen haben. Die SIPs dauern jeweils bis zu 190 Minuten. Diese finden je nach Universität meist nach den einzelnen Blöcken der Lehr-Materialien oder Abschnitte des Studiums statt. Das berechtigt dazu, im siebten oder achten Semester die Diplomarbeit schreiben zu dürfen. Für die Diplomarbeit ist ein Umfang zwischen 30 und 50 DIN A4-Seiten vorgegeben.
Nach erfolgreich beurteilter Diplomarbeit werden Studierende zur mündlichen, kommissionellen Prüfung zugelassen. Diese bezieht sich auf das wissenschaftliche Fachgebiet der Diplomarbeit. Deshalb schließt die mündliche Prüfung an eine rund 15-minütige Vorstellung der Diplomarbeit an. Insgesamt nimmt die mündliche Prüfung 90 Minuten in Anspruch.
Nach der bestandenen mündlichen Prüfung sind die Absolventen/-innen in der Lage, den Abschlusstitel “Dr. med. dent.”zu tragen. Dies steht für “Doctor medicinae dentariae” und bedeutet “Doktor/-in der Zahnheilkunde“.
Zahnarzt/-ärztin: Perspektiven nach der Ausbildung
Zahnärzte/-innen können nach erfolgreichem Zahnmedizinstudium in einer Klinik oder in einer Zahnarztpraxis als Angestellte/r beginnen. Aber auch eine sofortige Aufnahme einer Selbstständigkeit mit eigener Zahnarztpraxis oder einer Praxisbeteiligung ist möglich.
Anders als in zahlreichen anderen Ländern, müssen Studenten/-innen von einer österreichischen Universität in diesem Studiengang keine Assistenzjahre durchlaufen, weil sie sofort mit Eintragung in die Liste der Zahnarztkammer die Berufsberechtigung ohne Einschränkungen erhalten.
Zudem können Zahnärzte/-innen als Dr. med. dent. auch in die Forschung und Lehre sowie Wissenschaft gehen. Hier sind sie in der Regel im Angestelltenverhältnis tätig (Mo bis Fr).
Zahnarzt/-ärztin: Gehalt im Studium und im Beruf
Das Studium, um Zahnarzt/-ärztin zu werden, erfolgt ohne Ausbildungsvergütung. Während der 72-wöchigen Praktikumszeit allerdings, ist mit einem Verdienst zu rechnen. Bei der Verdiensthöhe kommt es auf Arbeitgeber/in, Aufgabenbereiche, Berufserfahrung und Bundesland an. Daraus ergibt sich folgender Minimal- bzw. Maximal-Wert:
- Praktikum während des Studiums: zwischen 1.312 Euro und 2.187 Euro brutto
- Doktoranten/-innen in der Forschung: Einstiegsgehalt 3.400 Euro bis 5.400 Euro brutto
- Zahnarzt/-ärztin in der Wissenschaft: Einstieg 3.400 Euro bis 6.300 Euro brutto
- niedergelassene, selbstständige Zahnärzte/-innen: 11.000 Euro netto
Zahnarzt/-ärztin: Aufgaben im Arbeitsalltag
Das Arbeitsgebiet von Zahnärzten/-innen ist vielseitig. Zu den regulären Aufgaben gehören vor allem diese:
Aufgabenbereich | Erklärung |
Präventionen | Durchführung halbjährlicher Kontrolltermine: Zahnreinigung, Karieskontrollen und ggf. -behandlungen |
Radiologische Aufgaben | Anfertigung und Auswertung von Röntgenbildern |
Behandlungen | Erhaltung der Zähne: z.B. Karies entfernen und Wurzeln ziehen |
Kiefer- und Gebisskorrekturen | optimieren von Zahnstellungen für geringere Zahnabnutzung: Zahn- und Kieferabdrücke für Zahnspangen- und Zahnschienen-Herstellung |
Zahnersatz | Wiederherstellung oder Erhalt eines vollständigen Gebisses : Brücken, Stiftzähne, Implantate, Kronen, Prothesen einsetzen |
Weitere Aufgaben
Neben den Routineaufgaben kümmern sich Zahnärzte/-innen zunehmend häufiger um ästhetische Zahnbehandlungen, wie das Bleichen von Zähnen oder Anbringen von Veneers. Zu den praktischen Aufgaben spielen bei Zahnärzten/-innen zudem die Patientenberatungen, Aufklärungen sowie Lehren richtiger Zahnputztechniken eine bedeutende Rolle im Alltag. Des Weiteren gehören verwaltungstechnischen Aufgaben wie das Erstellen medizinischer Berichte, Kostenvoranschlägen sowie Heil- und Kostenplänen inklusive Schriftverkehr mit den Krankenkassen dazu.
Zahnarzt/ärztin Stellenangebote
Zahnmedizin: Fachrichtungen für Zahnärzte/-innen
Zahnärzte/-innen können folgende Fachrichtungen nach dem Studium einschlagen:
- Zahnmedizinische Prophylaxe und Dentalhygiene
- Cosmetic Dentistry
- Traumatologie
- Mund- Kiefer- und Gesichtschirurgie
- Psychosomatik
- Kinderzahnheilkunde
- Kariologie und Füllungstherapie
- Endotontie
- Parodontologie
- Implantologie
- Laserzahnheilkunde
- Prothetik
Weiterbildungsmöglichkeiten für Zahnärzte/-innen
Das Studium eines/-r Zahnarztes/-ärztin berechtigt zu weiterführenden Spezialausbildungen auf mehreren Gebieten. Die Grundbasis bildet dafür das Diplomstudium. Zu diesen zählen vor allem folgende, die zusätzlich zu regulären zahnmedizinischen Aufgaben oder als alleinige Spezialgebiete den Verdienst anheben können:
- Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
- Oralchirurgie
- Parodontologie
- Implantologie
- Prothetik
Zahnarzt/-ärztin: Passende Stellenangebote finden
Medi-Karriere ist ein Karriere- und Infoportal für medizinische Berufe. Deshalb findet man hier auch Vakanzen für Zahnarzt-Stellen, Jobs als Zahnärztliche/r Assistent/in, sowie Ordinationsassistentin-Jobs.
Häufige Fragen
- Wie viel kostet das Zahnmedizinstudium?
- Wie lange dauert es, bis man Zahnärztin/-arzt ist?
- Wie viel verdient ein/e Zahnarzt/-ärztin?
- Was muss man mitbringen, um Zahnärztin/-arzt werden zu können?
Das Zahnmedizin-Studium kostet in Österreich an staatlichen Universitäten keine Studiengebühren. Lediglich fällt der ÖH-Beitrag von derzeit 20,20 Euro während der Regelstudienzeit an. Die Studiengebühren an einer Privat-Uni betragen hingegen bis zu 13.500 Euro pro Semester, was bei einer Studienzeit von 6 Jahren eine Gesamtsumme von 162.000 Euro ergibt.
Die Regelstudienzeit, um Zahnarzt/-ärztin zu werden, beläuft sich auf 12 Semester, was sechs Jahren entspricht. Danach erhalten Absolventen/-innen direkt im Anschluss ihre Berufsberechtigung.
Was ein/e Zahnarzt/-ärztin verdient hängt von mehreren Faktoren ab. Nach dem Diplomstudium reichen die Einkünfte etwa von 3.400 Euro und 11.000 Euro monatlich. Wesentlich Einfluss darauf nehmen die Berufserfahrung und die Art der Anstellung bzw. Selbstständigkeit.
Um als Zahnarzt/-ärztin tätig sein zu können, benötigt man Matura oder einen ähnlichen Abschluss. Alternativ sind eine berufliche Vorbildung und eine Studienzugangsberechtigung vorzuweisen, um zum Zahnmedizin-Studium zugelassen werden zu können. Einige persönliche Eigenschaften wie präzises Arbeiten, ausgeprägte Feinmotorik sowie Empathie sind vorteilhaft.