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Die sichere Anwendung von Hausmitteln ist von entscheidender Bedeutung, da viele Menschen auf natürliche und traditionelle Heilmethoden zurückgreifen, um ihre Gesundheit zu unterstützen. Hausmittel können eine Vielzahl von Beschwerden lindern, von Erkältungen bis hin zu Hautproblemen, und werden oft als wirksame und kostengünstige Alternative betrachtet. Dennoch ist es wichtig, bei ihrer Anwendung bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Dieser Artikel informiert über Nutzen, Risiken und die korrekte Anwendung von Hausmitteln.
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Was versteht man unter Hausmitteln?
Hausmittel sind traditionelle, oft hausgemachte Lösungen oder Therapien zur Behandlung von Alltagsbeschwerden oder leichten Krankheitszuständen. Diese Mittel basieren auf Erfahrungen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden, und werden in der Regel aus leicht verfügbaren Zutaten hergestellt. Es ist aber wichtig zu beachten, dass Hausmittel nicht immer wissenschaftlich belegt sind. Ihre Wirksamkeit kann von Person zu Person variieren. Bei ernsthaften gesundheitlichen Problemen ist es daher ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Auch auf mögliche bestehende Allergien und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten muss vor dem Einsatz von Hausmitteln geachtet werden.
Die 10 gängigsten Hausmittel
Es gibt viele gängige Hausmittel, die in verschiedenen Kulturen und Regionen populär sind. Hier sind die zehn am weitest verbreiteten Hausmittel:
- Hühnersuppe wird empfohlen, um Erkältungssymptome zu lindern. Sie soll entzündungshemmende Wirkungen haben und zur Linderung von Husten und verstopfter Nase beitragen.
- Ingwertee wird verwendet, um Übelkeit und Verdauungsbeschwerden zu lindern. Ingwer enthält Substanzen, die die Magen-Darm-Bewegungen stimulieren können.
- Eine Mischung aus warmem Wasser, Honig und Zitronensaft wird bei Halsschmerzen angewendet. Honig hat beruhigende Eigenschaften, während Zitronen reich an Vitamin C sind.
- Kamillentee wird zur Linderung von Magenbeschwerden, einschließlich Krämpfen und Verdauungsproblemen, eingesetzt.
- Roher Knoblauch wird für seine immunstärkenden Eigenschaften verwendet und kann auch bei der Linderung von Erkältungssymptomen helfen.
- Ein Teelöffel Backpulver in einem Glas Wasser kann bei Sodbrennen helfen, da es den pH-Wert im Magen neutralisieren kann.
- Apfelessig wird als Hausmittel für Verdauungsprobleme, Hautprobleme und zur Gewichtskontrolle verwendet.
- Das Gurgeln von warmen Salzwasser kann helfen, Halsschmerzen zu lindern, indem es Keime abtötet.
- Aloe Vera Gel wird traditionell für die Behandlung von Hautirritationen, Sonnenbrand und kleinen Schnitten oder Verbrennungen verwendet.
- Packungen aus Quark helfen bei Sonnenbrand, Ausschlägen und anderen Hautproblemen, wenn sie direkt aus dem Kühlschrank in einem Tuch auf die Haut aufgebracht werden.
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Hausmittel – Neue Broschüre informiert über wissenschaftliche Evidenz
Die wissenschaftliche Wirkung von Hausmitteln konnten manche Studien bestätigen, andere widerlegen, und in einigen Fällen fehlt komplett die Evidenz, dass Hausmittel effektiv sind. Die Österreichische Apothekerkammer hat hierzu in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesundheitskasse eine Informationsbroschüre herausgegeben. Sie informiert über Hausmittel zu Erkältungs-, Magen und Darm-, Haut-, Augen- und Venenkrankheiten, sowie zu den Themengebieten Rücken und Gelenke, Rheuma, Gicht, Leber und Galle, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, allergische Reaktionen, hormonelle Beschwerden und das Herz-Kreislauf-System.
Dabei untermauert sie den Einsatz gängiger Hausmittel mit wissenschaftlichen Fakten zu Wirkung, Sinn oder Unsinn deren Einsatz. Im Folgenden werden einige Hausmittel auf den Prüfstand genommen und der Stand der Forschung hierzu erläutert.
Hühnersuppe
Die Vorteile von Hühnersuppe wurden lediglich im Labor untersucht. Obwohl diese Ergebnisse Hinweise auf eine entzündungshemmende Wirkung liefern, fehlen konkrete Belege für die Wirksamkeit beim Menschen. Ob Hühnersuppe bei Erkältungen also wirklich hilfreich ist, konnte nicht bestätigt werden.
Gurgeln
Das Gurgeln trägt zwar zur Befeuchtung der Schleimhäute bei, jedoch erreichen die Wirkstoffe beim Gurgeln lediglich die Oberfläche der Schleimhaut. Die tieferen Regionen der Schleimhaut, in denen Entzündungen auftreten können, bleiben unberührt. Es gibt keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege, dass Gurgeln eine effektive Maßnahme gegen Halsentzündungen ist.
Halswickel bzw. Inhalation
Es existieren keine wissenschaftlichen Belege, die die Wirksamkeit von Halswickeln belegen könnten. Gleiches gilt für’s Inhalieren: Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass weder die Anwendung eines Inhalationsgeräts noch das Inhalieren über einem Wasserbad signifikante Verbesserungen von Erkältungssymptomen bewirkt haben. Es wurde nicht erforscht, ob das Inhalieren mit Zusatzstoffen wie Salz oder Kamille effektiver ist.
Honig
Ergebnisse einer systematischen Übersichtsarbeit mit sechs Studien zeigen, dass Hustenattacken bei Kindern durch den Verzehr von Honig gelindert werden. Zudem können die Kinder durch die Anwendung besser schlafen. Die Qualität der Evidenz, die diese Wirkung stützt, bewegt sich aber auf moderatem Niveau. Es ist jedoch zu beachten, dass Kinder unter einem Jahr keinen Honig konsumieren sollten, da er schädliche Bakterien (Botulismus-Erreger) enthalten kann.
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Hausmittel sicher anwenden
Die Anwendung von Hausmitteln erfordert Achtsamkeit, insbesondere, wenn es um verschiedene Altersgruppen geht. Allgemein gilt, dass man bei ernsthaften oder langanhaltenden Beschwerden einen Arzt konsultieren sollte. Er kann feststellen, ob das Hausmittel für die spezielle Situation geeignet ist. Dosierungsempfehlungen und Konzentrationen verdienen besondere Aufmerksamkeit, insbesondere bei der Zubereitung. Berücksichtigt werden sollten auch Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Inhaltsstoffen. Manche Menschen können auf natürliche Substanzen allergisch reagieren. Wer Medikamente einnimmt, sollte mögliche Wechselwirkungen mit den Inhaltsstoffen der Hausmittel berücksichtigen.
Altersfrage
Auch altersspezifische Überlegungen verdienen Beachtung. Kinder reagieren möglicherweise empfindlicher auf bestimmte Substanzen. Die Dosierung sollte an das Gewicht und das Alter des Kindes angepasst werden. Senioren können möglicherweise anfälliger für bestimmte gesundheitliche Probleme sein. Die Dosierung sollte hier unter Berücksichtigung von altersbedingten Veränderungen in der Stoffwechselrate und etwaig bestehenden Krankheiten erfolgen.
Gefahren falscher Anwendung
Hausmittel sind per se nicht harmlos. Reagieren Patienten allergisch, kann die Anwendung von Hausmitteln zu Hautausschlägen, Juckreiz, Schwellungen oder sogar schwerwiegenderen allergischen Reaktionen führen. Bestimmte Hausmittel können mit Medikamenten interagieren und deren Wirkung beeinflussen. Einige natürliche Substanzen, wenn sie in großen Mengen oder falsch angewendet werden, können toxische Effekte haben. Dies betrifft insbesondere ätherische Öle, die in hoher Konzentration giftig sein können. Bestimmte Hausmittel können insbesondere bei Überdosierung sogar Organschäden verursachen. Dies gilt beispielsweise für Produkte, die Leber oder Nieren beeinträchtigen. Auch für schwangere Frauen können Hausmittel gefährlich sein.
Wie und wo beschafft man Hausmittel?
Hausmittel sind oft aus leicht verfügbaren Zutaten hergestellt. Viele Hausmittelzutaten (beispielsweise Honig, Ingwer, Knoblauch, Zitronen, Kräuter und Gewürze) sind in Lebensmittelgeschäften erhältlich. Andere Hausmittel, insbesondere solche in Form von Tees, Tinkturen oder Kapseln, sind in Apotheken oder Drogerien erhältlich. Naturkostläden oder Reformhäuser bieten oft eine breite Auswahl an natürlichen Produkten und Zutaten, darunter viele, die für Hausmittel verwendet werden können. Dazu gehören Bio-Produkte, ätherische Öle und natürliche Hautpflegeprodukte.
Achtung bei Wildsammlung von Hausmitteln
Wer Zutaten für Hausmittel in der Natur sammelt, sollte die verwendeten Pflanzen sicher identifizieren können, um Verwechslungen mit giftigen Pflanzen auszuschließen und schwerwiegende gesundheitliche Folgen vermeiden zu können. Zudem sollte aus ökologischen Gründen darauf geachtet werden, keine übermäßigen Sammlungen durchzuführen. Denn diese könnten die Pflanzenpopulation und das angeschlossene Ökosystem erschöpfen. Außerdem sollte man keine Pflanzen in Gebieten sammeln, die mit Schadstoffen oder Pestiziden belastet sind (zum Beispiel Industriegebiete).
Passende Jobs
Passende Jobs im pharmazeutischen Bereich findet man bei Medi-Karriere. Hier gibt es Jobs als Apotheker, Jobs als Pharmazeut und Jobs als pharmazeutisch-kaufmännischer Assistent.
- Neue Broschüre: Hausmittel sicher anwenden, https://www.gesundheit.gv.at/... (Abrufdatum: 19.01.2024)
- Hausmittel, https://www.gesundheitskasse.at/... (Abrufdatum: 19.01.2024)
- Hausmittel für mich, https://www.gesundheitskasse.at/... (Abrufdatum: 19.01.2024)
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- Broschüre erklärt sichere Anwendung alter Hausmittel, https://www.sn.at/... (Abrufdatum: 19.01.2024)
- Wickel und Umschläge sicher angewendet, https://www.kindergesundheit-info.de/... (Abrufdatum: 19.01.2024)
- Beschwerden lindern: Hausmittel für Kinder, https://www.kindergesundheit-info.de/... (Abrufdatum: 19.01.2024)
- Hausmittel, https://www.gesund-informiert.at/... (Abrufdatum: 19.01.2024)
- Wie wirken Zwiebelwickel und Co?, https://www.openscience.or.at/... (Abrufdatum: 19.01.2024)