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Die Elektronische Gesundheitsakte ELGA ist im Gesundheitstelematikgesetz 2012 (GTelG2012) geregelt und seit dem 1. Jänner 2013 in Kraft. Als digitale Gesundheitsanwendung für alle Österreicher erleichtert sie Patienten und Gesundheitsdienstanbietern den Zugang zu Gesundheitsdaten, und verbessert somit den Informationsfluss zwischen den Teilnehmern einer Behandlungskette, um Patienten optimal zu betreuen. Mit 377 teilnehmenden Kranken- und Pflegeeinrichtungen und über 90 Millionen elektronischen Befunden (Stand Juni 2024) ist ELGA in Österreich inzwischen praktisch flächendeckend aktiv.
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Was ist die ELGA?
Die elektronische Gesundheitsakte (ELGA) ist ein gemeinsames Informationssystem des Bundes, der Länder und der österreichischen Sozialversicherung, das die elektronische Vernetzung der Gesundheitsdaten aller teilnehmender österreichischen Bürger sicherstellen will. Sie speichert Gesundheitsdaten wie ärztliche und pflegerische Entlassungsbriefe, Labor- und Röntgenbefunde, sowie Medikamentenlisten und teilt diese nach Erlaubnis der betroffenen Patienten mit ausgewählten Gesundheitsdienstanbietern. Außerdem ermöglicht sie es den Patienten, ihre Gesundheitsdaten jederzeit elektronisch einzusehen und zu verwalten.
Wer kann ELGA nutzen?
Neben dem Patienten selbst dürfen auch bestimmte Gesundheitsdienstanbieter auf die Gesundheitsdaten zugreifen. Zu diesen zählen:
- Krankenanstalten
- Einrichtungen der mobilen und stationären Pflege
- Ärzte und Zahnärzte, ausgenommen Ärzte im Dienst der Sozialversicherung oder anderen Versicherungen, mit behördlichen Aufgaben oder bei der Musterung
- Apotheken
Diese Gesundheitsdienstanbieter dürfen die Daten nur nutzen, wenn der Patient aktuell bei diesen in Behandlung ist, wenn der Patient die Weitergabe der Daten an diese spezifischen Gesundheitsdienstanbieter autorisiert und der Teilnahme an ELGA grundsätzlich nicht widersprochen hat. In diesem Fall haben niedergelassene Ärzte, Kranken- und Pflegeeinrichtungen 90 Tage lang Zugriff auf die Daten, Apotheken hingegen nur 28 Tage.
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Welche Services bietet die ELGA?
Zu den Daten, die über die elektronische Gesundheitsakte verfügbar gemacht werden, gehören die „eBefunde“ und die „eMedikation“. Unter eBefunde versteht man Entlassungsbriefe, Laborbefunde und radiologische Befunde. Unter eMedikation fallen von Ärzten verordnete und in der Apotheke abgegebene Medikamente, sowie die noch offenen Rezepte und nicht-rezeptpflichtige Medikamente, die Wechselwirkungen auslösen können. Ältere Befunde, die vor dem Start der digitalen Akte entstanden sind, sind hingegen nicht in ELGA verfügbar.
Wie funktioniert die Anmeldung zur ELGA?
Grundsätzlich sind alle österreichischen Bürger ELGA-Teilnehmer. Über das ELGA-Portal können diese sich mittels ID Austria einloggen und direkt Einsicht in ihre eigenen Gesundheitsdaten nehmen. Patienten ohne ID Austria müssen sich an die Ombudsstelle wenden, um sich einloggen zu können. In diesem Fall benötigt die Ombudsstelle einen vollständig ausgefüllten Antrag zur ELGA-Teilnahme und eine Kopie des amtlichen Lichtbildausweises. Eine Übermittlung dieser Unterlagen kann ausschließlich postalisch oder persönlich erfolgen.
Kann ich mich von ELGA abmelden?
Eine Abmeldung (oder auch Wiederanmeldung) von ELGA muss elektronisch oder schriftlich erfolgen und kann entweder eine generelle Abmeldung vom Portal (generelles Opt-Out) oder auch nur einzelne Teilbereiche oder Funktionen (wie eBefund und eMedikation) beinhalten. Eine Abmeldung bewirkt indessen keine Abmeldung vom elektronischen Impfpass! Die Willenserklärung zur Teilnahme kann entweder über das ELGA-Portal vorgenommen oder schriftlich der Widerspruchsstelle übermittelt werden. Bei Problemen oder Beratungsbedarf können die ELGA-Ombudsstellen helfen, die dezentral in allen Bundesländern eingerichtet sind.
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Vor- und Nachteile der ELGA
Die ELGA bietet Patienten und Gesundheitsdienstanbietern einige offenkundige Vorteile. Waren Patienten bisher häufig selbst die „Informationsträger“ der eigenen Gesundheitsdaten, indem sie verschiedenste Unterlagen zu diversen Ärzten, Pflegediensten oder Gesundheitseinrichtungen mitbringen mussten, so kann dies nun zeitsparend am Computer orts- und zeitabhängig eingesehen werden.
Dies erspart eine zeitaufwendige Dokumentenverwaltung und ermöglicht dem behandelnden Arzt einen umfassenderen und vollständigeren Einblick in die Krankenakte. So werden unnötige Mehrfachuntersuchungen und die damit verbundenen Belastungen, Wartezeiten, Wege und Kosten vermieden.
Digitale Gesundheitsanwendungen in der Zukunft
Digitale Gesundheitsanwendungen wie die ELGA sind in der heutigen Zeit Pioniere des Gesundheitssystems. Einerseits werden sie als Problemlösungen wahrgenommen, die den knappen Ressourcen in der Gesundheitsversorgung entgegenwirken und dem Patienten eine selbstbestimmte Rolle bei der Gestaltung seines Behandlungsprozesses einräumen. Andererseits verursachen sie – vor allem bei der Einführung – hohe Kosten. Ob diese den Nutzen langfristig aufwiegen kann nur die Zukunft zeigen. Die Tendenz einer zunehmenden Digitalisierung des Gesundheitswesens bleibt bestehen.
Passende Jobs
Passende Jobs im Gesundheitswesen findet man auf Medi-Karriere. Hier gibt es Jobs als DGKP, Jobs in der Pflege und Stellen in der Therapie.
- Elektronische Gesundheitsakte (ELGA), https://www.gesundheit.gv.at/... (Abrufdatum: 17.12.2024)
- Teilnahme an ELGA, https://www.oesterreich.gv.at/... (Abrufdatum: 17.12.2024)
- ELGA – Die elektronische Gesundheitsakte, https://www.sozialversicherung.at/... (Abrufdatum: 17.12.2024)
- ELGA, https://www.sozialministerium.at/... (Abrufdatum: 17.12.2024)
- Allgemeines zu ELGA, https://www.oesterreich.gv.at/... (Abrufdatum: 17.12.2024)
- ELGA im Überblick, https://www.elga.gv.at/... (Abrufdatum: 17.12.2024)
- Digitale Gesundheitsanwendungen – ein Zwischenfazit, https://www.iese.fraunhofer.de/... (Abrufdatum: 17.12.2024)