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Für viele ist der Bildungsweg nach der Ausbildung zur Krankenschwester oder zum Pfleger noch nicht abgeschlossen. Die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen in Österreich sind hierbei vielfältig. Das Angebot für Kurse ist riesig. So ist für jeden Beruf etwas dabei.
Zwar werden die Begriffe Fort- und Weiterbildung im Alltag oft synonym verwendet. Jedoch gibt es einen grundsätzlichen Unterschied: Fortbildungen bauen stets auf den Vorkenntnissen in einem Beruf auf. Im Gegensatz dazu können Weiterbildungen inhaltlich unabhängig vom aktuellen Job sein.
Wer einen solchen Kurs besucht, lernt neues dazu. Das wiederum kann neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt bedeuten. Welche Angebote es einen fort- und weiterbildenden Kurs, für Menschen mit Pflegeberufen gibt und was genau zu beachten ist – das erklärt dieser Text im Überblick.
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Fortbildungen in der Pflege
Im Pflege- und Sozialbetreuungsbereich ist der Besuch von Fortbildungen in Form von Kursen verpflichtend. Etwa über Portale oder eine spezielle Plattform können solche Angebote und genaue Informationen dazu gefunden werden. Die Beratung kann aber auch direkt über den Arbeitgebenden erfolgen. Je nach Berufsgruppe muss dafür eine unterschiedliche Anzahl an Fortbildungsstunden wahrgenommen werden, um die bereits vorhandenen Kenntnisse zu vertiefen und zu festigen. In der Konsequenz können sich dann die Chancen der Mitarbeiter/innen auf den Arbeitsmarkt verbessern.
Diese Tabelle stellt dar, welche Berufsgruppe wie viele Fortbildungsstunden in welchem Zeitraum ableisten muss:
Berufsgruppe | abzuleistende Fortbildungsstunden | Zeitraum |
Gesundheits- und Krankenpfleger/innen | 60 | 5 Jahre |
Pflegeassistent/innen | 40 | 5 Jahre |
Heimhelfer/innen | 16 | 2 Jahre |
Das Kursprogramm ist inhaltlich breit aufgestellt. So kann es beispielsweise um die Themen
- Kompetenzerweiterung für Pflegeassistenten/innen
- Medikation im Alter
- Psychiatrische Pflege im Altenheim
- Umgang im geriatrischen Medikamenten-Management
- „Refresher“ Wundmanagement, Diabetes und Schmerz
gehen.
Weiterbildung in der Pflege
Anders als die Fortbildungen ist der Besuch von Weiterbildungsangeboten mit einem Beruf in der Pflege nicht verpflichtend. Sowohl die Berufsgruppe des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege als auch Pflege(fach)assistenten/innen können Lehrgänge besuchen, um das Wissen der Ausbildung zu erweitern. Eine Weiterbildung dauert dabei immer mindestens vier Wochen. Im Anschluss an einen erfolgreichem Abschluss besteht die Möglichkeit, nach der Berufsbezeichnung die absolvierte Fachrichtung in Klammer als Zusatzbezeichnung anzuführen.
Die Angebote, die nicht zwingend einen engen Bezug zur aktuellen Tätigkeit haben müssen, können etwa informieren über
- Palliative-Care
- Hygiene in Alten-und Pflegeheimen
- Diabetesberatung
- Basales und mittleres Pflegemanagement
- Onkologische Pflege
- Wundmanagement
- Entlassungsmanagement
- Pflegeberatung
- Pflege bei Demenz
- Sterilgutversorgung
- OP-Management.
Je nach dem, welcher Berufszweig für die Weiterbildung angestrebt ist, unterscheiden sich die Inhalte sowie die Dauer. Teilweise gibt es ein vorgeschaltetes Auswahlverfahren. Der Besuch solcher Kurse für Berufe in der Pflege, kann eine Verbesserung der persönlichen Leistung in einem bestimmten Themengebiet bedeuten.
Weiterbildung in der psychiatrischen Pflege
Für die Sonderausbildung in der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege sind alle mit einer Berufsberechtigung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege zugelassen. Als Vollzeitausbildung beträgt die Dauer der Sonderausbildung ein Jahr, bei einer berufsbegleitenden Ausbildung liegt die Dauer bei zwei Jahren. Insgesamt müssen die Teilnehmer/innen in jedem Fall 800 Stunden Theorie und 800 Stunden Praxis absolvieren. Der Kursinhalt kann sich zum Beispiel um Stressmanagement, Persönlichkeitsentwicklung, Pflegeethik und Psychopharmakotherapie drehen.
Die Verteilung zwischen Theorie und Praxis variiert. So ist es auch eine Option, einen Universitätskurs über die Pflege bei psychiatrischen Erkrankungen zu besuchen. Am Ende dieses Angebots wird 40 Stunden lang das theoretisch Vermittelte in einer stationären psychiatrischen Einrichtung in der Praxis angewendet. Dann findet eine Reflexion dieser praktischen Erfahrungen im Kursverband statt. Das dauert 10 Stunden.
In einigen Fällen ist die Zulassung zu einer solchen Weiterbildungsmöglichkeit im Fachbereich der psychiatrischen Pflege mit Aufnahmegesprächen oder -tests verknüpft. Ein Rechtsträger entscheidet dann gemeinsam mit der Leitung der Sonderausbildung über den Besuch der Weiterbildungsmaßnahme. Am Ende der Sonderausbildung ist eine Diplomprüfung abzulegen. Diese setzt sich aus einer schriftlichen Fachbereichsarbeit sowie einer mündlichen Prüfung zusammen.
Weiterbildung in der Pflege – Onkologie
Auch in der Onkologie, einem Fachbereich, der sich mit Tumoren befasst, ist es möglich, sich weiterzubilden. Voraussetzung für die Teilnahme daran ist aber die Berufsberechtigung für den gehobenen Dienst für die Gesundheits- und Krankenpflege. Es handelt sich um eine berufsbegleitende Weiterbildung. Sie dauert etwa zehn bis elf Monate und beläuft sich auf 160 Theoriestunden sowie 80 Praxisstunden in Österreich.
Basales und mittleres Management – Weiterbildungsperspektiven
Möchte man sich im Bereich des basalen und mittleren Pflegemanagements weiterbilden, bietet der Besuch einer Hochschule oder einer Universität eine Option dafür. Der Besuch eines entsprechenden Lehrgangs kann berufsbegleitend sein. Voraussetzung dafür ist es, bereits diplomierte/r Gesundheits- und Krankenpfleger/in zu sein.
Wo ist eine Weiterbildung im basalen und mittleren Management in Österreich möglich? Das geht zum Beispiel an der Universität für Weiterbildung Krems, an der Fachhochschule Wiener Neustadt, der ASOM – Akademie für Sozialmanagement oder an der Paracelsus Universität.
Der Lehrgang mit dem Abschluss „basale und mittleres Pflegemanagement“ richtet sich vor allem an Diplom. Gesundheits- und Krankenpfleger/innen mit Erfahrung in Führungspositionen, welche sich mit aktuellen Führungsthemen und pflegewissenschaftlichen Inhalten vertieft beschäftigen möchten. Nach dieser Maßnahme sind die Absolventen/-innen in der Lage, Führungspositionen, wie beispielsweise die Stationsleitung, kompetent zu übernehmen.
Zu den Zielen dieser Weiterbildungsmöglichkeit gehören das
- Vertiefen und Ergänzen der pflegerischen Kompetenzen
- Erkennen der Bedeutung von Qualitäts- und Risikomanagement im eigenen Bereich
- Konstruktive Umgehen mit Konflikten und Entwickeln kooperationsförderlicher Lösungen
- Erarbeiten eines professionellen Selbstverständnis als Leiter/in
- Überblicken des eigenen Arbeitsfelds und realistisches Einschätzen der Chancen und Grenzen sowie zukunftsorientierte Handeln.
Inhaltlich lernt man dabei in den Bereichen angewandtes Pflege- und Personalmanagement, Psychologie und Soziologie dazu. Es kann auch um die Themen Rechtskunde und Schutz der Arbeitnehmer/innen, Kommunikation, Verhandlungsführung und Konfliktbewältigung. Informationen rund um betriebswirtschaftliche Grundlagen und Betriebsführung in Einrichtungen des Gesundheitswesen können ebenfalls vermittelt werden. Eine Kombination der vorgestellten Themenbereiche ist ebenfalls möglich.
Fort- und Weiterbildung online
Im Zeitalter der Digitalisierung gibt es eine gute Möglichkeit, neben Arbeit und Familie noch zusätzlich in einem Kurs dazuzulernen: die Vielzahl von Weiterbildungsangeboten online. Um neben Arbeit und Familie Zeit für eine Weiterbildung zu haben, sind Onlineweiterbildungen eine gute Möglichkeit. Denn Unternehmen können Mitarbeiter/innen nicht nur an Bildungseinrichtungen in Präsenz schicken. Häufig gehen mit diesen weniger Zeitdruck, Prüfungsstress und Kosten einher. Außerdem sind Interessierte durch ein Fernstudium in der Regel nicht an einen Ort gebunden, was diese Form der Lehre für viele attraktiv macht. Sich online weiterzubilden, bringt den großen Vorteil der Flexibilität mit sich.
Werden derartige Weiterbildungsperspektiven von Hochschulen angeboten, handelt es sich um ein Onlinestudium im Bereich Pflege. Allerdings können Weiterbildungen online nicht nur als universitäre Veranstaltungen erfolgen, sondern werden auch von anderen bildenden Institutionen, in Form von Seminaren über ihre Portale, angeboten.
Zu den Plattformen, zu deren Service Fort- und Weiterbildungen im Berufsfeld der Pflege online gehört, zählen zum Beispiel
- die Internationale Hochschule
- die Austrian School of Applied Studies
- vielgesundheit
- TENA E-Learning
- Pflege Professionell.
Bewerbung und Motivationsanschreiben für die Weiterbildung
Wer sich für eine Weiterbildungsmöglichkeit in der Pflege bewerben möchte, muss in der Regel ein ausgefülltes Bewerbungsschreiben, einen vollständigen Lebenslauf, eine Kopie des Personalausweises beziehungsweise des Reisepasses und einen Nachweis der Berufsberechtigung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege einreichen. Häufig muss man im Bewerbungsprozess zudem ein Aufnahmegespräch und teilweise einen Aufnahmetest meistern.
Im Motivationsanschreiben für eine Weiterbildung ist es wichtig, die eigenen Fertigkeiten und Beweggründe in den Vordergrund zu stellen. Teilweise gehört sie sogar zu den Anforderungen, um zugelassen zu werden. Bei einer Bewerbung darum im Bereich der Pflege sollten Bewerber/innen beachten, in welchem Fachbereich die Kurse stattfinden und welche Erfahrungen sie selbst in diesem Bereich mitbringen. So kann man durch die eigenen, individuellen Vorkenntnisse über das Anschreiben einen guten Eindruck hinterlassen. So erhöhen sich die Chancen, dass die Bewerbung auf die Weiterbildungsmaßnahme angenommen wird.
Der Besuch von Fort- und Weiterbildungen ermöglicht Mitarbeitern/-innen, im Beruf neues zu erlernen. Manchmal können sie auch ein Sprungbrett für den nächsten Schritt in der Karriere sein.
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